Das Griffbrett der Geige und die erste Lage
Die Geige hat keine Bünde — der Ton entsteht dort, wo der Finger aufsetzt. Hier steht, wo die vier Finger der ersten Lage auf jeder Saite sitzen und woran du hörst, dass ein Griff stimmt.
Finger, Bänder und Töne auf der Geige
Vier Bänder für vier Finger
Die Saiten heißen von tief nach hoch G, D, A und E, jede eine Quinte über der vorigen. In der ersten Lage markieren vier Klebebänder die Grundstellung: der 1. Finger einen Ganzton über der leeren Saite, der 2. Finger eine große Terz, der 3. Finger eine Quarte, der 4. Finger die Quinte. Auf der A-Saite sind das H, Cis, D und E. Zum Steg hin rücken die Abstände enger zusammen.
Hoher und tiefer Finger
Die erste Lage der Geige ist ganztonbasiert: Über dem 1. und über dem 3. Band bleibt je ein Halbton Platz, und derselbe Finger hat dort zwei Plätze. Der 2. Finger rückt zum Sattel und wird zur tiefen 2 — auf der A-Saite aus Cis ein C. Der 3. Finger rückt zum Steg und wird zur hohen 3. Weil ein Band immer nur eine der beiden Stellungen zeigt, wird hier am häufigsten danebengegriffen.
Die Quinte prüft sich selbst
Der 4. Finger liegt auf der Quinte und klingt genau wie die nächsthöhere leere Saite: Der 4. Finger auf der A-Saite ergibt denselben Ton wie die leere E-Saite. Streich beide zusammen — schwebt nichts, sitzt der Finger. Diese Probe braucht kein Stimmgerät und geht auf jeder Saite außer der E-Saite.
Häufige Fragen
Wo liegen die Klebebänder auf dem Griffbrett?
Gemessen von der leeren Saite: das erste Band einen Ganzton höher (1. Finger), das zweite eine große Terz (2. Finger), das dritte eine Quarte (3. Finger), das vierte eine Quinte (4. Finger). Auf der D-Saite sind das E, Fis, G und A. Die Abstände hängen von der Mensur ab und fallen auf einer kleineren Geige entsprechend enger aus.
Was bedeuten hohe 2 und tiefe 2?
Denselben Finger einen Halbtonschritt weiter zum Steg oder zum Sattel zu setzen. Auf der Geige liegt das Band des 2. Fingers auf der hohen Stellung, die tiefe 2 sitzt einen Halbton davor Richtung Sattel — auf der A-Saite C statt Cis. Welche Stellung gilt, verrät die Tonart und nicht das Vorzeichen vor der einzelnen Note.
Kann ich die erste Lage üben, ohne Noten zu lesen?
Ja. In der Übungsansicht laufen die Töne als Punkte auf das Griffbrett zu, im Punkt steht die Fingerzahl, und 0 heißt leere Saite. Wer die Noten dazu sehen möchte, schaltet die Notenblatt-Ansicht ein — dort steht die Griff-Hilfe über dem System, mit einem H oder L vor der Fingerzahl, sobald ein Finger von seinem Band abweicht.
Passt dazu
Die erste Lage am eigenen Instrument
Bei Pultlicht läuft jede Note als Punkt auf das Griffbrett zu, mit der Fingerzahl darin. Der Lausch-Modus hört über das Mikrofon mit und hält an, bis der Ton wirklich klingt.